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Landschabrücke

Wagna, am Zusammenfluss von Sulm und Mur gelegen, gehört zu jenen steirischen Gemeinden, die auf eine bewegte und lange geschichtliche Entwicklung zurückblicken können.

Die Landschabrücke zählt zu den ältesten Brückenorten Österreichs. Schon zur Hallstattzeit (800 - 600 v.Chr.) gab es hier einen Brückenübergang. Es ist kein Zufall, dass in unmittelbarer Nähe das archäologische Fundgebiet der ehemaligen Römerstadt "Flavia Solva" liegt.

Hypocausten in Flavia Solva

Ausgrabungen der Römerstadt   
Auswertungsmodell einer römischen Villa nach erfolgten Ausgrabungen 

In dem von den Kelten besiedelten Gebiet wurde etwa um 15 v.Chr. eine Römersiedlung gegründet, die dann 70 n. Chr. vom römischen Kaiser Flavius Vespasian zur Stadt erhoben wurde. In der Bezeichnung "Flavia Solva" ist der Name des Stadtgründers "Flavius" und der Name des Flusses "Sulm - Solva" enthalten. Die Stadt Flavia Solva war eine der 11 mit Stadtrecht ausgestatteten Römersiedlungen in Österreich und die einzige römische Stadt im Gebiet der heutigen Steiermark.

Flavia Solva entwickelte sich zur Verwaltungshauptstadt und umfasste ein Gebiet der Mittel-, Ost-, West- und Südsteiermark bis weit hinein in das heute slowenische Staatsgebiet. Die Stadt kann daher als "römische Hauptstadt der Steiermark" bezeichnet werden.

Die Häuser der Stadt wurden meist aus dem Aflenzer Kalksandstein erbaut. Dadurch entstanden in der heutigen Katastralgemeinde Aflenz die sogenannten "Römerhöhlen". Zwischen der Stadt und dem Tempelbereich am Frauenberg lag die Gräberstraße.

Etwa 170 n. Chr. wurde Flavia Solva im Markomannenkrieg gebrandschatzt, dann wieder aufgebaut und schließlich im 5. Jahrhundert im Zuge der Völkerwanderung total zerstört.

Der Großteil der überlebenden Bevölkerung zog sich auf die umliegenden Hügel, besonders auf den Frauenberg zurück. Von dort aus wurde die Ebene neu besiedelt.

Sie sehen den ehemaligen Übergang über die Sulm, im Bereich der heutigen Sulmbrücke beim "Sulmwirt"
Alte "Holz-"Sulmbrücke

Der Name Wagna findet sich dann erstmals in Urkunden des 13. Jahrhunderts als "Wagnach" = Siedlung am Furt/Flussübergang. Dieser Ort dürfte sich nahe bei der heutigen Sulmbrücke befunden haben. Wagnach zählte im Jahre 1445 insgesamt 18 Feuerstätten.

1532 zog die türkische Hauptmacht des Sultan Soliman murabwärts auf der Flucht vor den nachdrängenden kaiserlichen Panzerreitern. An der Sulmbrücke in Aflenz kam es zu schweren Nachhutgefechten und dabei wurde die damals dort existierende Ortschaft "Putzenhof" restlos zerstört.

Im 16. Jahrhundert entstand an der Aflenzer Sulmbrücke ein Edelsitz, aus dem sich die Herrschaft "Wagna" entwickelte. Das damalige Schloss ist heute ein landwirtschaftlich genutztes Gehöft. Das Dorf Wagna unterstand der Herrschaft Seckau. Im Jahre 1822 hatte es 196 Einwohner.

Der alte Lagerkindergarten war in einer der Holzbaracken des k.u.k. Flüchtlingslager untergebracht.
Lagerkindergarten im 1. WK

Als im Jahre 1848 die Grundherrschaften aufgelöst wurden, trat die politische Gemeinde Wagna die Nachfolge in der Verwaltung dieses Gebietes an. 1914 - 1918: Die k.k. Monarchie errichtete im Ersten Weltkrieg eine Lagerstadt für Kriegsflüchtige und ausgesiedelte Zivilbevölkerung. Im Jänner 1915 trafen 15.000 polnische Flüchtlinge aus Galizien ein.

Im August wurden Familien aus Friaul, besonders aus Ronchi, Sagrado und Molfalcone ins Lager gebracht, das im November 21.286 Flüchtlinge zählte. Das Lager bestand aus Wohnbaracken, einem Krankenhaus, 2 Schulen - war also vollkommen eigenständig eingerichtet. Im Lager Wagna starben an Cholera, Thyphus und Fleckfieber fast 3.000 Menschen. Ein eigener italienischer Friedhof wurde errichtet. Nach dem Zusammenbruch der Monarchie entstand aus diesem Flüchtlingslager die Siedlung Wagna.

Sie sehen eine von einem ehemaligen Häftling angefertigte Skizze des KZ-Lagers in Aflenz.
Zeichnung KZ Aflenz

1939: Deutsche Behörden errichten wieder ein Lager, das als Durchgangslager für Bessarabien- und Dobrudschadeutsche als Lehrerbildungsanstalt und als Internierungslager verwendet wurde.

1944-45: In den "Römerhöhlen" gab es einen bombensicheren Rüstungsbetrieb, der Flugzeugteile und Panzer für die deutsche Wehrmacht produzierte. Auch das Konzentrationslager Aflenz wurde als Zweigstelle des KZ Mauthausen errichtet, wo in einem Jahr 600 Häftlinge umgekommen sind.

Nach Beendigung des 2.Weltkrieges wurden die vorhandenen Baracken als großes Flüchtlings- und Auffanglager für Volksdeutsche aus dem ehemaligen Jugoslawien und anderen südosteuropäischen Ländern eingerichtet. Die Lagerbaracken wurden dann durch neue Wohnbauten in der Föhrenbaumstraße ersetzt.

Sie sehen eine Zeichnung des Schlosses Retzhof aus dem 19. Jahrhundert
Schloß Retzhof um 1830

1952 entstand das heutige Gemeindegebiet durch die Zusammenlegung der vorher selbstständigen Gemeinden Aflenz, Hasendorf, Leitring und Wagna.

Aflenz wurde 1265 erstmals urkundlich erwähnt. 1822 zählte es 122 Einwohner.

schon 70 n. Chr. bestand in Hasendorf ein römischer Weiler. 1822 hatte es 108 Einwohner.

Leitring wird erstmals 1170 erwähnt. Aus einem Edelsitz entwickelte sich das Schloss Retzhof, das heute dem Land Steiermark als Volksbildungsheim dient. Im Jahr 1822 war Leitring mit 318 Einwohnern die bevölkerungsreichste Kastralgemeinde. Im Jahr 1967 wurde Wagna eine eigene Pfarre.

1969 wurde ein Städtefreundschaftspakt mit Ronchi - Italien und Metlika - Slowenien erhoben.

1984 wurde Wagna zur Marktgemeinde erhoben.

Sie sehen das Wappen der Marktgemeinde Wagna.
Wappen der Marktgemeinde Wagna

Das Wappen der Marktgemeinde Wagna zeigt einen Schlüssel, Kornähren und zwei sich reichende Hände. Dieses Motiv stammt von einer römischen Münze und besagt, "dass die Freundschaft der Schlüssel zur Ernte" ist.

Die Marktgemeinde Wagna war bis Mitte der 80er Jahre eine reine Wohnsitzgemeinde. Durch Betriebsansiedelungen entlang der Marburgerstraße hat sich Wagna zu einer der leistungsfähigeren Gemeinden entwickelt. Durch Beschluss der Landesregierung vom Juni 1998 wurde Wagna als Zentralort für die Landesausstellung 2004 mit dem Thema: "Die Römer in der Seiermark" festgelegt. In Zusammenhang mit der Landesausstellung wurde ein neues Landesmuseum auf dem Areal der ehemaligen Römerstadt "Flavia Solva" errichtet.

Das Römerdorf in Wagna ist eine der Einrichtungen, die nach der Landesausstellung noch immer genutzt werden.

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